Die Musik

"Douce Ambiance" - süßes Ambiente - beschwor Django Reinhardt, der Übervater des Zigeunerjazz mit seinem gleichnamigen Stück. Der Bandname ist eine Verbeugung vor dem genialen Gitarristen und Programm zugleich. Und doch ist es so viel mehr als nur ein süßes Ambiente, was die Konzerte der fünf Herren aus dem Ruhrgebiet auszeichnet: feuriger Swing und heiße Rhythmen, eine gehörige Portion Temperament und Spielfreude, virtuose Jazz-Soli und originelle Arrangements, ein vielseitiges Repertoire, sowie der unverkennbare nostalgische Charme der 20er.

Charmant undfeurig, diese Vokabeln drängen sich auch dem ungeübten Hörer geradezu auf, wenn er zum erstem mal in eine alte Django Reinhardt Platte reinhört. Djangos Musik schafft eine ganz eigene Athmosphäre und so existiert heute - mehr ais 50 Jahre nach seinem Tod - ein den gesamten Globus umspannendes "Django Reinhardt Paralleluniversum".

Ob Paris, London, Tokio oder San Francisco, nahezu jede Weltstadt hat heute ihren eigenen "Hot Club" und Bands, die in Anlehnung an den "Hot Club de France" Django's Musik weiterleben lassen.

Auch Douce Ambiance ist vor gut 15 Jahren von den eingefleischten Django-Fans Volker Wendland und Eberhardt Dodt gegründet worden, um seine Musik zu zelebrieren. Unzählige Reinhardt-Stücke sind über die Jahre hinweg gespielt worden - und doch wird dem aufmerksamen Konsumenten auffallen, dass die aktuelle Platte keine Django "Originale" enthält. Was nach den Jahren mir Djangos Musik geblieben ist, ist die Quintessenz. Der spezielle Charme und das mitreißende Feuer.

Der Personalstil Reinhardts wurde oft als einziger, eigenständiger, europäischer Beitrag zum Jazz bezeichnet. Wenn wir also in seiner Tradition spielen, kann es für uns nicht bedeuten, einfach seine Musik nachzuspielen. Die Instrumentation von Douce Ambiance besteht aus Violine, Akkordeon, Kontrabass und den beiden so wichtigen Gitarren. Das äußerst vielseitige Repertoire und die selbsterschaffenen Arrangements tragen zu dem unverwechselbaren Sound von Douce Ambiance bei. Und doch ist der Einfluss unseres "Mentors" groß genug um ihn immer wieder zu erkennen. Egal ob wir Swing, Bossa Nova, Tango, Valse Musette oder Samba spielen.